"Intellektueller ist also derjenige, der sich klar wird ber den - in ihm und in der Gesellschaft virulenten - Gegensatz zwischen der Suche nach der praktischen Wahrheit (mit all den Normen, die sie impliziert) und der herrschenden Ideologie (mit ihrem traditionellen Wertsystem)". Jean-Paul Sartre: Pl„doyer fr die Intellektuellen

Edward Shils bestimmte den Intellektuellen 1969 aus soziologischer Sicht folgendermaáen: "Intellektuelle sind innerhalb jeder Gesellschaft das Aggregat von Personen, die aus pers”nlicher Neigung oder aus beruflicher Verpflichtung oder auch aus beiden grnden sich in gewisser Regelm„áigkeit mit Symbolen von allgemeiner Reichweite fr Mensch, Gesellschaft, Natur und Kosmos befassen."                  Edward Shils in: W”rterbuch der Soziologie von 1969 

"Zu den Intellektuellen geh”rt jener Teil der Intelligenz, der sich unter Berufung auf allgemeine Prinzipien mit seiner Kritik bewuát und kontinuierlich dem bestehenden gesellschaftlichen und politischen Zustand widmet."                             Paul Noack: Deutschland, Deine Intellektuellen 

"Der Intellektuelle ist der Reisende durch die Zeit, der die Dinge besser kennen will. Er ”ffnet das Fenster seines Abteils, er blickt hinaus, h„lt den Kopf in den Wind und kneift die Augen zusammen: oft wird ihm der Blick trbe und er kehrt sich nach innen, wenn er wieder im Abteil in seiner Ecke sitzt. Groá wird die Lust, nicht immer nur Reisender, sondern vielleicht auch einmal Zugfhrer zu sein oder zumindest dem Zugfhrer zu sagen, wohin die Reise gehen soll. Dann wird die Reise meist wirklich gef„hrlich - fr den Intellektuellen selbst wie fr seine Mitreisenden."

Wolf Lepenies: Aufstieg und Fall der Intellektuellen in Europa